Der starke Reallohnverlust der Jahre 2022 und 2023 ist vorerst überwunden: Im 1. Vierteljahr 2026 steigen die Reallöhne in Deutschland erneut um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Damit setzt sich die Erholung fort, nachdem die Kaufkraft zuvor durch hohe Inflation deutlich unter Druck geraten war. Besonders auffällig ist der Gegensatz zu den Krisenjahren: Noch im 3. Vierteljahr 2022 lag der Reallohnindex bei -5,4 Prozent, während die Verbraucherpreise gleichzeitig um 7,3 Prozent zulegten. Das zeigen Daten des Statistischen Bundesamts.
Haupttreiber dieser Entwicklung war der sprunghafte Anstieg der Energiepreise infolge des Ukraine-Kriegs, der die Inflation stark beschleunigte. Die Nominallöhne konnten mit diesem Preisschub nicht Schritt halten und stiegen deutlich langsamer. Inzwischen hat sich die Dynamik gedreht: Die Löhne legen zuletzt um 4,1 Prozent zu, während die Inflation mit 2,2 Prozent deutlich moderater ausfällt. Diese Entwicklung könnte den privaten Konsum stabilisieren, der als wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft gilt. Entscheidend wird sein, ob die Inflation dauerhaft moderat bleibt und die Lohnzuwächse weiterhin über dem Preisanstieg liegen.
Der Reallohnindex ist in der Volkswirtschaftslehre das Verhältnis von Nominallohn und Preisniveau beziehungsweise von Nominallohnindex und Preisindex. Er nimmt zu, wenn der Nominallohn rascher steigt als die Güterpreise. Steigt der Nominallohn langsamer als die Güterpreise, dann sinkt der Reallohn.





















